
picknick mit meinem liebhaber
(1) – sonett
die wilden spiele haben uns geschafft jetzt sind die glieder müd geliebt du schaust mich an und möchtest saft von trauben, möglichst durchgesiebt.
du sagst, wie kirschen seien meine lippen: ganz frisch und immer wieder neu im rot und in der nähe meiner zarten rippen gäb’s äpfel, wie sie gott im paradies verbot.
du sagst, dass ich den wilden zauber hätte von nelkenbäumen, die in südseeparadiesen gleich neben orchideen um die sonne buhlen.
mein süßer eros! liegst so mattgeliebt im rosenbette! ich lass den roten wein in deinen nabel fließen und trink ihn aus der schönsten aller kuhlen.
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(2)
amore!
spür mein schwarzes schokoladenblut fass mich an mit zimtstangenfingern küss meinen heißen kirschenmund leck mich mit der peperonizunge spiel mit den granatäpfelbrüsten schnupper in den duftnelkenporen streichel den sommeraprikosenbauch knete meine weißbrotschenkel und stoß in meinen pfefferminzschoß!
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(3)
dein blut heiße schokolade meine worte das sahnehäubchen obendraufmein blut goldener rum deine worte das streichholz ihn zu entflammen
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(4) - stanze
am abend breite ich die seidendecke über die heiß zerwühlten lasterkissen und schneide blüten aus der rosenhecke. die kirschen duften sanft. du sollst jetzt wissen was ich mit meiner zauberei bezwecke: dass du bist mein! will dich nie mehr vermissen. jetzt leg dich hin! ich füttre dich mit kuchen und später hilfst du mir beim krümel suchen.

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